MoveBox bringt Bewegung in den Arbeits- und Lernalltag und macht kurze Pausen wirksam. Jetzt gibt es die Aktion auch für Schulen. Eine Schule in Spiez hat sie getestet.
Der Text verschwimmt vor den Augen. Die Gedanken schweifen ab. Wir gehen zur Süssigkeitenschublade, prüfen kurz WhatsApp und scrollen durch den Insta Feed.
Heute weiss man aus der Forschung: Dieses Verhalten hilft nicht, neue Energie zu tanken. Einfach weiterzuarbeiten aber auch nicht. Ein Team von LerNetz fragte sich deshalb: Was hilft in Pausen wirklich? Die Antwort war schnell klar. Bewegung tut gut. Sie fördert Erholung und stärkt das Miteinander. Damit solche Pausen im Alltag auch wirklich stattfinden, braucht es aber einen niederschwelligen Anstoss. Auf Basis dieser Erfahrung und wissenschaftlicher Erkenntnisse entstand die MoveBox, eine Aktion mit verschiedenen Tools, die zu bewegten Mikropausen im Arbeits- und Lernalltag anregt.
Lernen findet drinnen und draussen statt
Seit rund einem Jahr können neben Unternehmen auch Schulen die MoveBox nutzen. Seit März ist sie an der Spiezer Schule der Stiftung YOUCOUNT im Einsatz. Dort lernen Schülerinnen und Schüler der Zyklen 2 bis 3 mit besonderem Förderbedarf in einer Tagesstruktur. Die Schule arbeitet mit einem erlebnispädagogischen Ansatz. Auf dem Programm stehen Gruppenaktivitäten, Spiele, gemeinsames Kochen, Sport und Erlebnisse in der Natur. Jens Oester unterrichtet an der Schule. «Das Lernen findet bei uns sowohl draussen als auch im Schulzimmer statt», sagt er. Bewegungs- und Erholungspausen sind für die Schule kein neues Thema. «Wir sind aber immer auf der Suche nach neuen Ideen und Möglichkeiten. Dabei stiessen wir auf MoveBox», erzählt er.

Bewegung und Entspannung in der praktischen Box
MoveBox bietet Schulen eine vierwöchige Aktion. In dieser Zeit erleben Klassen die Vorteile kurzer Bewegungs- und Erholungspausen direkt im Schulalltag. Die Schule erhält eine Box mit sechs Spielen für bewegte und spielerische Pausen. Dazu kommen Videos und Ideen für kurze Entspannungsmomente. Jede Bewegungspause wird auf einem Plakat sichtbar: Die Schüler:innen kleben einen farbigen Sticker auf den MoveBox-Baum und lassen ihn nach und nach erblühen.
Lernende als Motivatoren
Anfang März lancierte Jens Oester die Aktion gemeinsam mit LerNetz und dem gesamten Schulteam. Dafür besuchten Christian Utz, MoveBox-Spezialist und Mediendidaktiker, sowie zwei Lernende von LerNetz die Schule in Spiez. Über einen kurzen Fachinput sensibilisierten die drei für die Chancen von erfrischenden Pausen zwischendurch. «Für unsere Schülerinnen und Schüler war es besonders motivierend, dass mit den Lernenden junge Menschen für die Aktion einstanden», sagt Jens Oester rückblickend.

Nach der Einführung probierten die Klassen die Tools gleich aus. «Es war ziemlich was los», erinnert sich der Lehrer lachend. Zur Auswahl standen ein Basketballkorb mit Mini-Basketball, vier Softbälle, ein Saugnapf-Spiel, Cross Boccia, Ping Pong und Street Racket. «Die Tools eignen sich besonders gut fürs Klassenzimmer oder andere Räume des Schulhauses», begründet Christian Utz die Auswahl.

Positive Wirkung auf Konzentration
Zwei Wochen später zieht Jens Oester eine positive Zwischenbilanz: «Mich überzeugt, dass die Spiele nicht zu kompetitiv sind.» Im Zentrum stehen der Spass und das Miteinander. Der Lehrer stellt fest: «Die Pausen wirken sich positiv auf die Konzentration aus. Die Jugendlichen können danach wieder fokussierter arbeiten.» Weniger gut kamen die Entspannungsübungen an. «Die Jugendlichen beobachten sich bei den Übungen gegenseitig und sind gehemmt», sagt Jens Oester. Es brauche Zeit, bis sie sich darauf einlassen. MoveBox-Spezialist Christian Utz empfiehlt deshalb, die Entspannungsübungen auch mal für sich alleine auszuprobieren.
Vorbild sein und dran bleiben
Nach einem Monat endet die MoveBox-Aktion in der Schule in Spiez. Die Bewegungsspiele und weiteren Bestandteile bleiben aber im Besitz der Schule. Jens Oester ist gespannt, wie sich die Nutzung langfristig entwickelt. «Ich erwarte, dass das Interesse an den Spielen früher oder später abnehmen wird.» Kritisch merkt er an: «Die Ideen sind etwas limitiert. Da bräuchte es noch mehr Variationen.» Dass die Nutzung etwas nachlässt mit der Zeit, beobachtet auch Christian Utz. «Das lässt sich nicht ganz verhindern», sagt er. Entscheidend sei, dass Lehrpersonen und Jugendliche im Aktionsmonat positive Erfahrungen machen. «So bleiben die Pausen auch darüber hinaus beliebt.» Wichtig sei zudem die Rolle der Lehrpersonen: «Sie müssen vorausgehen und als Vorbild wirken.»
Für Jens Oester ist das selbstverständlich. «Für mich persönlich ist Bewegung das Ventil. Ich gehe regelmässig in die Kletterhalle nebenan, jogge im Wald oder versuche mich auf der Slackline zu verbessern.» Auch im Unterricht baut er Bewegungspausen immer wieder ein: «Ich bin relativ frei in der Unterrichtsgestaltung und nutze diese Möglichkeit bewusst.»
MoveBox für Schulen
Die MoveBox-Aktion für Schulen kostet 960 Franken inklusive Beratungsgespräch, Einrichtung vor Ort und Kickoff mit Fachinput durch eine MoveBox-Fachperson. Die Aktion kann innerhalb eines Schulhauses im Rotationsverfahren für eine unbeschränkte Anzahl von Klassen genutzt werden. Die Box gehört nach dem Erwerb fix der Schule. Die nachhaltigen Tools werden in Zusammenarbeit mit den UPD Werkstätten Bern und dem beruflichen Integrationsprogramm «Startrampe» hergestellt.
3 Testklassen gesucht
Möchtest du die MoveBox in deiner Schule testen und von einer Vergünstigung von 50% profitieren? Wir suchen 3 Klassen im Raum Bern, welche die MoveBox-Aktion durchführen und uns Feedback geben. Interessiert? Melde dich via fun@movebox.me.