Lernfilme produzieren bereichert den Unterricht – davon ist das Team hinter dem LernFilm Festival überzeugt. Jährlich im Juni prämiert es die kreativsten Lernfilme und begeistert damit Schulen in der ganzen Schweiz.
Das LernFilm Festival (LFF) von LerNetz Schule zeigt eindrücklich, wie Kinder und Jugendliche Wissen kreativ verarbeiten und multimedial vermitteln. Initiiert von LerNetz vor über zehn Jahren als Non-Profit-Projekt, lädt das Festival Schülerinnen und Schüler aller Stufen – von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II – ein, eigene Lernfilme zu produzieren und am Wettbewerb einzureichen.
Ob StopMotion, Legetechnik, Animation oder klassischer Realfilm: Gestalterische und thematische Vielfalt sind Programm und Emotionen garantiert. Wie das im Schulzimmer konkret ablaufen kann, zeigt eine aktuelle SRF-Kids-Sendung (siehe erste Box am Ende des Beitrags).
Das LFF-Team stellt Lehrpersonen und Klassen umfassende Hilfen zur Verfügung (siehe zweite Box am Ende des Beitrags). Zum Beispiel eine Schritt-für-Schritt-Anleitung von der Idee bis zum Endprodukt:
Schritt 1: Idee
Das passende Thema für den Lernfilm ist schnell gefunden. Die Fragen, die es zu beantworten gilt, auch. Schwieriger ist es, daraus eine gute Geschichte zu machen. Bei der Ideenfindung kommen Storytelling und Faktencheck zusammen.

Schritt 2: Drehbuch
Das Drehbuch (oder auch das Storyboard) ist die Planung des Lernfilms. Daraus lässt sich ablesen, welche Szenen filmisch umgesetzt werden müssen. Idealerweise wird darin auch bereits definiert, wie der Sprechertext lautet, welche Musik und Geräusche eingesetzt werden und an welchen Orten gedreht wird.
Schritt 3: Material
Im dritten Schritt wird das nötige Material für den Lernfilm erstellt oder zusammengetragen. Requisiten und Kostüme finden sich allenfalls im Fundus der Theatergruppe.

Schritt 4: Aufnahme
Smartphone oder Tablet eignen sich besonders gut für die Filmaufnahmen. Die Geräte sollten so platziert werden, dass die gewünschte Einstellung (gemäss Drehbuch) gewählt werden kann und die Aufnahmen nicht verwackeln.

Schritt 5: Wettbewerb
Um die Leistungen der Schülerinnen und Schüler angemessen zu würdigen, eignet sich als Abschluss ein gemeinsames Klassenkino. Um am Wettbewerb mitzumachen, können die produzierten Lernfilme noch bis zum 25. März 2026 beim diesjährigen LernFilm Festival eingereicht werden.
Der Erfolg zeigt sich in Zahlen
Das LernFilm Festival verzeichnet seit Beginn stetig zunehmende Teilnehmenden-Zahlen. Am Wettbewerb 2025 wurden sensationelle 1206 Beiträge aus der ganzen Schweiz eingereicht – ein neuer Rekord. Umso gespannter ist das LFF-Team von LerNetz, wie die Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb sein wird. Die Gewinnerfilme in den Kategorien Primar I, Primar II, Sek I, Sek II sowie der Sonderpreis werden in einer festlichen Show im Juni präsentiert. Die Auszeichnung erfolgt in Kooperation mit «SRF school», moderiert von Raphael Labhart, der mit viel Charme durch die Sendung führt.
Sonderpreis 2026 zum Thema Verkehrssicherheit
Beim diesjährigen Sonderpreis, bei dem es über alle Stufen hinweg 800 Franken zu gewinnen gibt, dreht sich alles ums Motto «Augen auf – sicher ankommen». Wie können Unfälle vermieden und Strassen sicherer werden? Welche Risiken gibt es im Verkehr? Und was ist eigentlich ein toter Winkel? Diese und andere spannende Fragen zur Verkehrssicherheit gilt es in bewegte Bilder umzusetzen. Konkrete Ideen und Inspiration finden Teilnehmende in den Umsetzungsideen zum Sonderpreis.
Das LernFilm Festival bei SRF Kids
Die SRF Kids News geben Einblick in die Entstehung eines Lernfilms im Unterricht. Levin und seine vier Mitschüler produzieren einen fantasievollen Lernfilm zum Thema «Das Leben von Michael Jackson». Mit ihrem Lernfilm nehmen sie auch am LernFilm Festival teil. Hier geht es zur Sendung.

Lernfilme im Unterricht: kostenloser Workshop & Hilfen
Für Lehrpersonen bietet das LernFilm Festival wertvolle Ressourcen und Hilfen: Die Macher:innen des LernFilm Festivals vermitteln in einem kostenlosen Workshop praxisnah, wie Lernfilme in den Unterricht gebracht werden können. Der Workshop richtet sich an Lehrpersonen aller Fachbereiche und Zyklen. Das LernFilm Festival bietet zudem vielfältige Unterrichtshilfen und Tools, um Lernfilme im Unterricht zu erstellen.

«Das Festival steigert die Motivation der Klassen»
Lernfilme selbst zu drehen, stärkt Zukunftskompetenzen. Fredi Althaus vom LFF-Team erklärt, warum der kreative Prozess wichtiger ist als das Endprodukt, wie der Wettbewerb zusätzlich motiviert und welche Bedeutung KI hat.

Fredi, inwiefern profitieren Kinder und Jugendliche, wenn sie selbst Lernfilme produzieren?
Lernfilme selbst zu produzieren ist immer eine Teamleistung und fördert wichtige Kompetenzen: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken. Dabei können alle etwas beitragen und ihre Stärken einbringen. Und es macht vor allem auch Spass! Der Prozess steht im Zentrum, nicht das Endprodukt.
Und warum braucht es einen Wettbewerb?
Wir erleben immer wieder, wie sehr das Festival die Motivation der Klassen steigert. Sie haben dadurch ein Ziel, auf das sie hinarbeiten können und einen emotionalen Schlusspunkt. Die Preisverleihung als Abschluss des Wettbewerbs bedeutet auch eine Wertschätzung ihrer Arbeit. Alle teilnehmenden Klassen kriegen ein Paket mit einer Überraschung. Und jeder Film wird von einer Jury angeschaut und nach mehreren Kriterien bewertet.
Einen Film schüttelt man nicht einfach so aus dem Ärmel. Welche Voraussetzungen müssen Schulen und Lehrpersonen mitbringen?
Einzige Voraussetzung ist ein Gerät mit Kamera. Zum Beispiel ein Tablet. Wir bieten Lehrpersonen verschiedene Werkzeuge und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie man zum Endprodukt kommt. Meine Empfehlung für Beginners: Besucht unseren kostenlosen Workshop, da bekommt man in 90 Minuten alles Wichtige vermittelt. Wer noch weiter gehen will, findet auf unserer Site umfassende Informationen und Material für den Unterricht. So auch zu Themen wie Urheberrecht oder Informationen zu den wichtigsten Filmformaten.
Das LFF erlaubt jetzt auch den Einsatz von KI bei der Filmproduktion. Hat «Handarbeit» bei Lernfilmen künftig noch eine Chance?
Unbedingt! Wie gesagt: Der Fokus liegt nicht auf der Technik, sondern auf dem Lernprozess. Und viele der stärksten Filmbeiträge kommen ganz ohne digitale Effekte aus. Wir sind Fan von Lernfilmen mit sehr viel «Handarbeit».